„App“-Horrorfilm mit Zusatz-Film-App fürs Smartphone


"App", der Film

Im niederländischen Horrorfilm ist die „App“ nicht nur die Handlung, es wird auch passend eine App mitgeliefert. Foto: Screenshot Youtube

Full Entertainment im wahrsten Sinn bietet der niederländische Thriller „App“, in dessen Mittelpunkt das Smartphone steht. In der Handlung geht es um eine mysteriöse App, die der Kinobesucher teils sogar mit seinem Smartphone verfolgen kann.

Das Smartphone ist mittlerweile weit verbreitet. Es war also nur eine Frage der Zeit, bis das Smartphone auch die Kinos erreicht. Die amerikanischen Kinos locken die Zuschauer mit ihren iPads zu Sondervorstellungen des Zeichentrickfilms „Arielle, die Meerjungfrau“. Während des Films können die kleinen Besucher Minispiele spielen oder sich beim Mitsingen der Filmlieder helfen lassen. Ein Werbeclip auf Youtube animiert junge und alte Kinobesucher zu mehr Spaß im Kino. Es gibt auch kritische Stimmen, die den unerwünschten Beleuchtungseffekt durch Smartphone-Displays in den Kinosälen beklagen.

In den Niederlanden lief „App“ im Frühjahr erfolgreich an und wäre laut Eigenwerbung der erste Second-Screen-Kinofilm. Hierzulande konnten sich kürzlich bereits Besucher auf Fantasy-Filmfesten von der neuen Kinoidee überzeugen. Zum Inhalt des Films: Eine Studentin entdeckt nach einer Party eine unlöschbare App auf ihrem Smartphone. Nach dem mysteriösen Fund geschehen unheimliche Dinge, die oftmals tödlich enden. Kinofreaks, die den Second-Screen-Kinofilm genießen möchten, laden vor dem Kinobesuch die iOS-oder Android-App herunter. An 33 Passagen sendet die App, durch ausgelöste Audiosignale, Texte, Videos oder Bilder auf das Smartphone-Display. Beim Upload von neuem Inhalt, vibriert das Smartphone.

Die Innovation liefert kleine Wissensvorsprünge via Chatverlauf. Filmaufnahmen vom Handy, die im Film geschehen, erlebt der Zuschauer via Smartphone in Handykamera-Perspektive parallel Geschehen auf der Leinwand. Manchmal kann der Zuschauer abseits der Haupthandlung auf seinem Display zusätzliche Schauplätze verfolgen und profitiert von Updates, zum Beispiel ein Zeitungsartikel. Der normale Kinobesucher rätselt, ob die Figur überlebt hat, der Smartphone-Nutzer ist bestens informiert. Die Chats, Figuren und Situationen fern der Kinoleinwand machen oft neugieriger auf den nächsten Zusatz als den Hauptfilm „App“. Einziges Manko des innovativen Filmvergnügens könnte der Download der 135 Megabyte Daten sein. Also rechtzeitig vor dem Kinobesuch dran denken – und genießen!

Die Möglichkeit, die Zuschauer direkter und persönlicher anzusprechen, reizt vor allem die Werbebranche und lässt vermuten, dass der Film „App“ mit seiner Zusatz-App bald Nachfolger bekommen wird. Mit Popcorn als Dankeschön für den Download wurde in britischen Kinos die App „Cineme“ getestet, mit der die Kinobesucher vor und nach dem Film Angebote auf das Display bekommen.