Apple Maps vs. Google Maps: Doch Erfolg für Apple?


Die besten Navi-Apps für das Smartphone

Maps von Google und Apple  erleichtern das Navigieren und zeigen z.B. Restaurants an Foto: Screenshot Navfree / Google Play Store.

Der Kartendienst von Apple scheint nach erheblichen Startschwierigkeiten endlich in die Spur gekommen zu sein. Seitdem der US-Riese ab Oktober vergangenen Jahres Verbesserungen an Apple Maps vornahm, erfreut sich die App steigender Beliebtheit.

Einer jüngst veröffentlichten Marktanalyse zufolge verwendet nur noch ein Siebtel der amerikanischen iPhone-Besitzer Google Maps. Damit verlor der marktführende Kartendienst innerhalb eines Jahres 25 Millionen Nutzer an Apple Maps. Demnach kommt die Apple-Anwendung auf 35 Millionen Kunden unter den US-Eigentümern eines iPhone. Mit knapp 59 Millionen Nutzern liegt das Hauptkonkurrenzprodukt von Google jedoch weiterhin mit großem Abstand an der Spitze.

Das Desaster bei der Einführung von Apple Maps im September 2012 gipfelte in einer öffentlichen Entschuldigung des Firmenchefs Tim Cook. Der Nachfolger von Steve Jobs musste sogar auf die bessere Funktionsfähigkeit der Wettbewerber von Google und Microsoft verweisen. Bereits mit der iOS-Version 6.1 bemühte sich Apple durch zentral platzierte Feedback-Funktionen um die verstärkte Sammlung von Kundenreaktionen. Für die aktuelle iOS 7-Ausgabe punktet Apple Maps mit einer dreidimensionalen Vogelperspektive urbaner Siedlungen und einem ebenfalls in 3D gehaltenen Navigationssystem.

Die Gründe für den plötzlichen Erfolg von Apple Maps sind allerdings nicht allein bei der verbesserten Bedienung zu finden. Denn seitdem der Apple-Kartendienst auf allen iPhones ab Version 6.0 vorinstalliert ist, erscheint ein Wechsel zu Google Maps vielen Nutzern als überflüssig. Das aktuell wertvollste Unternehmen weltweit entfernte im September 2012 den Kartendienst des Konkurrenten von allen hauseigenen Smartphones und Tablets. Apple begründete diesen Schritt mit der Weigerung von Google, das Navigationssystem für iOS zur Verfügung zu stellen. Der Konflikt des vergangenen Jahres spiegelt sich noch heute in der komplizierten Google-Suche nach einem Erwerb von Apple Maps wider. Doch die rasche Einführung des eigenen Kartendienstes erfolgte offensichtlich überstürzt: Hauptbahnhöfe wurden als Parks wiedergegeben, Kleinstädte verwandelten sich in Flughäfen, manche Fußgängerzonen fehlten in Gänze.

Das Marktforschungsinstitut Comscore, das die US-Zahlen herausgebracht hat, geht von einer ähnlichen Situation in Europa aus. Die Nutzungsrate von Apple Maps unter allen iPhone-Besitzern in den USA beträgt Comscore zufolge 58 Prozent: Als Begründung geben die Studienleiter die hohe Anzahl jugendlicher iPhone-Nutzer an, die die Karten-App selten bis gar nicht nutzen. Ebenso fanden die Marktforscher heraus, dass die durchschnittliche Nutzungsdauer einer Maps-Anwendung unter den iPhone-Besitzern über 75 Minuten pro Monat beträgt. Androidnutzer verbringen hingegen nur knapp über 56 Minuten pro Monat mit einem Kartendienst.