Datenschutz: Taschenlampen-App „Brightest Taschenlampe“ sammelt Daten für Dritte


Taschenlampen-Apps

Die Taschenlampen-App „Brightest Taschenlampe“ ist praktisch, kann aber auch Daten sammeln. Bild: Kurt / pixelio.de

Die Applikation „Brightest Taschenlampe“ ist wegen Weitergabe millionenfacher Nutzerdaten ins Visier der US-Marktaufsicht geraten. Mit dem Vorwand einer individuell zugeschnittenen Werbeanzeige leitete der Hersteller GoldenShores Technologies Lokalisationsangaben und Gerätenummern an diverse Firmen.

Als besonders perfide erwies sich die Datenübermittlung trotz Ablehnung durch den jeweiligen App-Kunden. Denn obwohl der Nutzer bei der Durchsicht der Nutzungsrichtlinien den Datenschutz-Passus bestätigte, waren seine Angaben bereits längst bei verschiedenen Unternehmen angekommen.

Bislang hatte „Brightest Taschenlampe“ positive Reaktionen im Google Play Store hervorgerufen. Bei knapp über eine Million Downloads gaben 87 Prozent der Taschenlampen-App die Bestnote. Dies wird sich nun grundlegend ändern. Seit Bekanntwerden des Datenschutz-Skandals häufen sich empörte Kommentare, die ihren Unmut mit der Abgabe der schlechtesten Bewertung ausdrücken. Gerade in Zeiten gestiegener Sensibilität für den Umgang mit privaten Daten erlebt der Hersteller GoldenShores ein veritables Fiasko. Die einwandfreie technische Ausstattung der App rückt dabei in den Hintergrund.

Auf den Datenbetrug der Taschenlampen-App hat Anfang Dezember erstmalig die US-Aufsichtsbehörde „Federal Trade Commission“ (FTC) aufmerksam gemacht. Die unabhängigen Verbraucherschützer kritisierten insbesondere den Umstand der Scheinoption „Ablehnung der Datenweitergabe“. Denn bereits mit dem Installationsvorgang der Anwendung lagen die Nutzerdaten dem App-Entwickler vor. GoldenShores gab sich keine Blöße und transferierte die Angaben vornehmlich an Werbenetzwerke. Tatsächlich hatte die Werbefülle bei einigen Nutzern bereits Unmut hervorgerufen. Wenn die Reklame großflächig den Bildschirm bedecke, reduziere sich der Leuchtraum, so die Argumentation. Die FTC sieht allerdings kein prinzipielles Problem des Datenschutzes: Sobald der Nutzer ausdrücklich seine Zustimmung zu personalisierter Werbung erteile, sei dieses Verfahren vollkommen legitim, sagte FTC-Direktorin Jessica Rich.

Im Falle von „Brightest Taschenlampe“, der holprigen wörtlichen Übersetzung der englischen Originalbezeichnung, liege jedoch ein anderer Fall vor. GoldenShore müsse nicht nur alle auf diesem Wege erworbenen Daten unverzüglich löschen. Darüber hinaus soll die Erklärung zur Datenweitergabe deutlicher sichtbar gemacht werden. Von strafrechtlichen Sanktionen ist nicht die Rede. Google hat bislang auf Konsequenzen verzichtet. Der US-Konzern bietet die App im Play Store weiterhin feil. Vermutlich wird erst der drastische Rückgang der Download-Zahlen für die Entfernung von „Brightest Taschenlampe“ sorgen. Denn sowohl bei Google als auch im Appstore für iOS finden sich zahlreiche Taschenlampen-Apps, die die gleiche technische Leistung aufweisen und voraussichtlich mehr Vorsicht beim Thema Datenschutz walten lassen.