Doo ist tot, es lebe organize.me: Ablösung im papierlosen Büro


Doo, die iPad-App

Doo vereinte alle Dokumente in einer iPad-App. Screenshot: Hersteller

Wer die Dokumenten-App Doo liebt, für den nahte kürzlich der überraschende Abschied. Dafür gibt es neue Highlights wie zum Beispiel Organize.me.

Der Begründer von Doo, der Bonner Start-Up-Gründer Frank Thelen setzt auf Mut und Pioniergeist. In einem Interview mit t3n meinte er kritisch, das Produkt hätte keinen richtigen Markt gehabt. Trotz der Unterstützung großer Konzerne wie Microsoft, Google oder Apple genügten 300.000 Nutzer nicht für ein zufriedenstellendes Wachstum. Noch kritischer sehe er den Bedarf der Menschen, ein papierloses Büro oder einen solchen Haushalt zu führen.

Damit ist Thelen nicht allein, denn viele versuchen sich auf diesem Gebiet. Für Thelen steht aber fest, dass die Preise für Doo nicht ausreichend sind. Auch die Zahlen müssten stimmen und so kamen auch geplante Kooperationen mit Banken und Unternehmen nicht zustande. Rückblickend schmerzt Thelen der ausbleibende Erfolg sehr, aber die Balance zwischen loslegen und überlegtem Handeln müsse stimmig sein. Am Bestand der GmbH und dem 30köpfigen Team verändert sich nichts, aber der Fokus liegt jetzt mehr im Bereich der Sync-Technologie, bei Dateien und Sicherheitsaspekten.

Abseits von Thelens Entscheidung, die Dokumenten-App Doo zu schließen, starten Tomorrow-Focus-Mitarbeiter mit Organize.me eine ähnliche App. Diese bietet in einer kostenlosen Basisversion die gesamte Dokumentenablage, ein Projekt, das für Toon Bouten, dem Tomorrow-Focus-Chef zu den Top-Prioritäten seiner einjährigen Amtszeit zählt. Bouten setzt auf das Know-How der Gruppe und die entsprechende Reichweite durch die Medien. Der kostenlose Nutzen von Organize.me ist in Boutens Augen kein Manko wie sich durch das Beispiel von WhatsApp zeigt. Auch hier steht der Kundennutzen im Zentrum, nicht die finanzielle Vermarktung.

Natürlich setzt auch Tomorrow Focus, unter anderem bei Burda, auf die Verwaltung von Rechnungen und Dokumenten mit Organize.me – auch Toon Bouten. Der Nutzen ist vielfältig. Mit der mobilen App ist es kein Problem, von überall auf seine Dokumente zuzugreifen oder einzuscannen, mit Freunden teilen oder durch Notizen zu ergänzen. Die App erinnert an Fristen wie Vertragsverlängerungen, Mahnungen, Kündigungsfristen oder fällige Rechnungen. Es sind Up- und Downloads von Dokumenten möglich, das Suchen von bestimmten Dokumenten oder die individuelle Erstellung von Mappen für das leichtere Ordnen.

Bedenken wegen Sicherheit oder Datenschutz hat Bouten nicht. Regelmäßig erfolgen Checks, die nach Sicherheitslücken suchen. Das Rechenzentrum ist ISO-zertifiziert, und auch der TÜV Rheinland bestätigt die Gewährleistung aller datenschutz- und sicherheitsrelevanten Kriterien. Organize.me entstand durch die Initiative von fünf Mitarbeitern, die dafür ein Tochterunternehmen gegründet haben. Für Bouten sind kreative Menschen mit Ideen sehr wichtig, sonst drohe man zu Dinosauriern zu werden. Das zeigt sich auch beim Ärzteportal Jameda, das momentan nur in Deutschland verfügbar ist. Von Tomorrow Focus gekauft, arbeiten die Gründer weiterhin an der Entwicklung des profitablen Dienstes.