Google: Such-Apps vom Update Hummingbird betroffen


Such-App von Google

Die Such-App von Google ist dieses Mal vom Update besonders betroffen. Bild: Play Store

Anlässlich seines 15-jährigen Bestehens hat Google seinen neuen Algorithmus „Hummingbird“ der Öffentlichkeit vorgestellt. Bereits im August hatte Google die nach eigenen Angaben folgenreichste Reform der Suchmethodik erstmalig angewandt. Für die Nutzer der weltgrößten Suchmaschine blieb diese Änderung zunächst unerkannt. Nun hat sich der US-Konzern zu neuen Funktionsweisen und Gestaltungsmerkmalen geäußert. „Hummingbird“ passt sich insbesondere an Nutzungsweisen von Smartphonebesitzern an und berücksichtigt beispielsweise Suchaktionen über Spracheingaben.

Schon zuvor hatte Google Änderungen im Ursprungsgeschäft der Suchfunktionen mit Tiernamen belegt. Handelte es sich bisher jedoch nur um Updates des ursprünglichen Algorithmus, wurde nun ein neues rechnerisches Verfahren aufgelegt. Von der Übersetzung von „Hummingbird“ – zu Deutsch „Kolibri“ – gesehen, könnten nur minimale Konsequenzen für Such-Apps entstehen. Tatsächlich jedoch betrifft die Reform 90 Prozent aller eingegebenen Suchanfragen.

Die wichtigsten Neuerungen betreffen den bereits 2012 eingeführten „Knowledge Graph“. Wurden seit diesem Zeitpunkt unter den Google-Ergebnisseiten bereits Angaben ohne Verlinkung aufgelistet, so ermöglicht „Hummingbird“ nun Vergleiche zwischen Objekten und Personen. Durch die Einfügung eines „vs“ zwischen den beiden Suchbegriffen erscheinen Grundangaben in einer parallel angeordneten Liste. Die automatisierten Vergleichskriterien lassen jedoch mitunter erwünschte Daten außen vor. Ein neu eingebauter Filter erlaubt einen Sprung zu verwandten Begriffen innerhalb derselben Rubrik, beispielsweise beim Suchbegriff „Berlin“ den sofortigen Wechsel zu anderen europäischen Metropolen.

Für Such-Applikationen ergibt sich nun der Vorteil einer Speicherung vorheriger Sucheingaben. Folgeangaben zu einem zunächst eingegebenen Begriff, zum Beispiel ein bestimmtes Geschäft, können bei einer weiteren Anfrage ohne Wiederholung des Suchbegriffes ermittelt werden: Die einfache Frage „Wo ist es?“ würde demnach den genauen Standort samt Wegbeschreibung zum Geschäft ergeben. Per Verknüpfung mit Lokalisations-Apps ist nun auch eine Erinnerungsfunktion integriert. Hinterlässt der Nutzer in seinem Smartphone die Notiz, Blumen zu kaufen, wenn ein bestimmter Floristikhandel passiert wird, erscheint die Erinnerung im Moment der Anwesenheit an diesem Ort.

Laut Expertenmeinungen werden die konkreten Folgen von „Hummingbird“ erst in der kommenden Zeit absehbar sein. Zumal Google traditionell keinerlei Angaben zur mathematischen Funktionsweise seines Algorithmus preisgibt. Einigkeit besteht jedoch darin, dass die Kolibri-Reform innerhalb der 21 Weiterentwicklungen der Google-Suchelemente seit 1998 Potential zu einer einschneidenden Veränderung mit sich bringt. Bisherige signifikante Änderungen waren beispielsweise 2002 die Nachrichtensuche, 2005 die neue Videokategorie oder 2009 die erstmalige Suche per Spracheingabe.