Second-Screen Apps


wywy Second Screen App Bild: Hersteller

wywy Second Screen App Bild: Hersteller

Schon das Fernsehen auf nur einem Bildschirm ist manchmal eine Herausforderung für sich, wie funktioniert das mit zwei Bildschirmen? Second-Screen Apps sind immer stärker im Trend, dabei ist der Konsum eines Kinofilms und das gleichzeitige Agieren auf dem Display des Smartphone nicht jedermanns Sache. Hintergrund für diese neue Mode ist ein Problem im Hintergrund: Die Werber in der TV-Branche suchen nach neuen Möglichkeiten die Aufmerksamkeit der Zuseher zu binden. Viele finden es auch spannend exklusive Informationen oder Szenen auf dem Display serviert zu bekommen, die ein normaler Kinobesucher nicht erhält. Das ist der Reiz des Second Screen.

Das Münchner Startup wywy setzt voll auf die neue Entwicklung und stellt mehr Mitarbeiter ein, um sich ganz auf dieses Geschäftsfeld zu fokussieren. Bislang kannte man wywy durch die gleichnamige App. Die App identifizierte über ein Audiosignal das Programm, das gerade geschaut wird, und lieferte praktischerweise Chats zu dieser Sendung sowie Hintergrundfakten an. Belohnt wurde ein Check-In durch Punkte, die aber einer bestimmten Höhe bares Geld, sprich Gutscheinprämien, wert sind. Wie hoch die Nutzerzahlen dieser App sind, darüber wird geschwiegen – noch. Andreas Schroeter, einer der Gründer von wywy erklärte, dass Social TV nicht gleichbedeutend mit Second Screen wäre. Unter die Bezeichnung falle alles, was Nutzer während des Fernsehkonsums auf ihren mobilen Endgeräten tun würden. Auch, wenn das keinen direkten Bezug zu dem Programm hätte, was gerade gesehen wird. Nielsen bestätigte, dass Anfang 2013 ungefähr 70 Prozent der Nutzer von Second-Screen Suchanfragen stellten oder im Internet surften, über die Hälfte waren in den sozialen Netzwerken unterwegs. Lediglich 13 Prozent äußerten sich konkret zu einer laufenden Sendung im Web.

Auch das ZDF ist längst auf den Trend aufgesprungen und präsentiert seine Second-Screen Apps. Der gleichnamige Second-Screen-Thriller „App“ hat nicht nur als Handlungsmittelpunkt eine App, sondern der ganze Film ist als ganz besonderes Second-Screen-Erlebnis für den Zuschauer kreiert. Im Mittelpunkt steht die Psychologiestudentin Anna, die nach einer Party bemerkt, dass auf ihrem Smartphone plötzlich eine App drauf ist, die vorher nicht da war. Der 80minütige Film läuft über den Second Screen, die Zuschauer folgen der Handlung nicht nur über den Fernsehbildschirm, sondern auch auf dem Display ihres Smartphone. Mit Second-Screen Apps erfahren die Zuschauer zusätzliche Inhalte des Film, Informationen, die auf dem Bildschirm nicht zu sehen sind wie zum Beispiel SMS-Dialoge der Hauptdarsteller, weitere Filmsequenzen oder auch veränderte Kameraeinstellungen. Mal sehen, wie sich Second-Screen Apps bei uns weiterentwickeln und wie die deutschen Zuschauer diesen zusätzlichen Service aufnehmen.