Slingshot: Neue Foto-App von Facebook


Slingshot, die neue Facebook-App

Slingshot ist eine neue Foto-App von Facebook, welche als Alternative zu Snapchat gilt. Bild: Screenshot sling.me

Facebook versucht mit einer neuen App Kunden vom Chatservice Snapchat zu gewinnen. Die Facebook-App Slingshot wartet mit dem neuen Ansatz auf, dass empfangene Bilder von Freunden nur abgerufen werden können, wenn man selber Bilder mit der anderen Seite teilt.

Der Messenger Snapchat hat mit einem besonderen Konzept einen mittlerweile hohen Marktanteil erlangt: Bilder, die an Freunde oder Bekannte verschickt werden, löschen sich automatisch nach einigen Sekunden selbst und können nicht wieder hergestellt werden. Sobald die eine Seite einen Screenshot aufnimmt, wird die andere Seite umgehend darüber benachrichtigt. Hauptsächlich Jugendliche und um ihre Privatsphäre besorgte Menschen nutzen die App.

Facebook wollte neben WhatsApp auch Snapchat ihrem Portfolio hinzufügen, ist aber mit dem Angebot von 3 Milliarden Dollar bei den beiden Gründern Ende 2013 gescheitert. Seit Dienstag hat das Unternehmen, bisher leider nur in den USA, eine neue Facebook-App in den App Stores, die Nutzer von Snapchat abjagen soll: Slingshot (Steinschleuder).

Auch bei der Facebook-App löschen sich Fotos und Videos von selbst, automatisch nach 30 Tagen, falls sie nicht angesehen werden. Als besonderes Feature sind aber erhaltene Bilder so lange verpixelt, bis der Empfänger selbst ein Bild zurückschickt. Facebook versucht damit mehr Zuschauer zu Urhebern zu machen und die Kreativität seiner Nutzer anzuregen. Wenn kein Foto zurückgesendet wird, löscht sich das Bild automatisch. Natürlich können Bilder auch ohne diese Einschränkung verschickt werden.

Außerdem ist ein Zeichentool in Slingshot enthalten, mit dem sich Bilder mit eigenen Effekten versehen lassen. Bei Bedarf können Fotos und Videos auch an alle Kontakte versendet werden. Eine kleine Einschränkung der Videos ist, dass diese eine Länge von 15 Sekunden nicht überschreiten dürfen.

Slingshot ist nicht der erste Versuch von Facebook, dem Messenger Snapchat Kunden abzujagen. Im Jahr 2012 kam die Facebook-App Poke auf den Markt, die jedoch keine große Nutzerbasis finden konnte und vor kurzem aus den App Stores zurückgezogen wurde.

Die Anmeldung bei Slingshot erfolgt, wie bei WhatsApp, per Handynummer. Nach Eingabe eines Nutzernamens und des vollständigen Namens kann es auch schon losgehen. Bilder können nicht nur an die Smartphone-Kontakte, sondern auch an Facebook-Freunde verschickt werden. Die verschickten Inhalte erscheinen jedoch nicht bei Facebook. Slingshot ist für Android und iOS erhältlich.