Tango: Gute Messenger-App oder nur eine weitere WhatsApp-Alternative?


Tango-App

Tango ist eine Messenger-App und eine weitere WhatsApp-Alternative. Bild: Tango

Der WhatsApp-Konkurrent Tango hat von Investoren 280 Millionen US-Dollar erhalten, allein vom chinesischen Internetriesen Alibaba kommen 215 Millionen US-Dollar. Zudem nutzen bereits 70 Millionen aktive Nutzer den Messenger, der für Android und iOS erhältlich ist und sogar über eine Anruffunktion verfügt. Ist das Programm aber insgesamt eine erwägenswerte Alternative zum unsicheren WhatsApp-Messenger?

Besonders zeichnet Tango die Möglichkeit aus, über das Programm Videoanrufe führen zu können. Bisher können nur Facetime und Skype mit einer solchen Funktion aufwarten; bei WhatsApp, Viber oder Threema ist die Option nicht vorhanden. Die Videoanrufe verfügen über eine gute Qualität und können komplett kostenlos über 3G, 4G oder WLAN geführt werden. Sprachanrufe sind selbstverständlich ebenfalls möglich, jedoch ausschließlich zu anderen Tango-Nutzern.

Gruppenchats sind mit bis zu 50 Personen möglich, Nachrichten können mit Animationen versehen werden, Statusmeldungen können aktualisiert werden… Vom Funktionsumfang steht Tango dem Marktführer WhatsApp in nichts nach.

Zur Anmeldung ist lediglich die Angabe eines Namens und der Handynummer vonnöten. Anrufe sind plattformübergreifend möglich, also etwa auch von iOS zu Android oder Android zu Windows. Mit der Funktion „In meiner Nähe“ können problemlos verwandte und befreundete Tango-Nutzer gefunden werden, falls diese durch die Angaben aus dem Telefonbuch noch nicht gefunden wurden.

Tango verfügt im Gegensatz zu WhatsApp über einen News-Feed, der Neuigkeiten von Freunden anzeigt. So können Fotos geteilt werden, die von Freunden mit einem lächelnden Smiley, ähnlich dem „Gefällt mir“ von Facebook, versehen werden können.

Das Chatfenster sieht dem von WhatsApp zum Verwechseln ähnlich. Ebenfalls ist eine Fast-Chat-Option verfügbar, bei der der Chat nur knapp die Hälfte der Bildschirmfläche einnimmt und keinen Start der App erfordert.

Freunde können über den Messenger zu Spielen herausgefordert werden oder Musik von Spotify verschickt werden. Während eines Anrufes sind unterhaltsame Minispiele gegen den Angerufenen spielbar.

Fazit

Der Ansatz von Tango ist vielversprechend, aber leider hat das Programm mit demselben Problem wie viele andere WhatsApp-Konkurrenten zu kämpfen: Bisher ist die App einfach noch nicht verbreitet genug. 70 Millionen aktive Tango-Nutzer stehen 450 Millionen WhatsApp-Nutzern gegenüber. Für Videoanrufe kann auf Skype zurückgegriffen werden, das ebenfalls kostenlose Videoanrufe ermöglicht. Als Messenger-Alternative bietet sich Threema an, das über Ende-zu-Ende-Verschlüsselung verfügt und stetig neue Benutzer gewinnt. Lediglich die Spiele- und Musikplattform, sowie der News-Feed sind Funktionen, die Tango von der Konkurrenz abheben und mehr Nutzer zu dem Messenger leiten könnten.