Threema: WhatsApp-Alternative, die verschlüsselt


Threema-App

Threema ist dank der Verschlüsselungs-Funktion eine echte WhatsApp-Alternative. Bild: Threema

Threema bewegt viele User nach der WhatsApp-Übernahme durch Facebook zum Programmwechsel. Wir stellen die Instant Messaging-App vor, die mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung laut Stiftung Warentest deutlich sicherer als WhatsApp ist.

Durch die Verschlüsselung stellt die vom Schweizer Manuel Kasper entwickelte App sicher, dass ausschließlich der Absender und Empfänger versendete Nachrichten liest. Diese sind dreifach durch Zugriff anderer abgesichert:

Zuerst erstellt der User durch zufällige Wischbewegungen auf dem Handybildschirm einen öffentlichen und einen privaten Schlüssel. Dieses Schlüsselpaar wird lediglich auf dem eigenen Smartphone im Offline-Modus erstellt.

Der private Schlüssel bleibt ständig auf dem eigenen Gerät, der öffentliche wird an andere Threema-User verteilt. Lediglich Benutzer, die den öffentlichen Schlüssel von jemandem kennen, können diesem eine Nachricht schreiben. Aus dem öffentlichen und dem privaten Schlüssel wird ein dritter Schlüssel errechnet, der die jeweilige Nachricht zuletzt verschlüsselt.

Auf diese Weise ist selbst auf den Servern des Entwicklers die Datei bereits verschlüsselt und kann auf dem Transportweg so weder abgefangen noch gehackt werden. Besonders in Zeiten des NSA-Skandals eine Absicherung der Nutzerdaten, die WhatsApp nicht bietet.

Der öffentliche Schlüssel wird durch die E-Mail-Adresse oder, wie bei WhatsApp, durch die Telefonnummer verteilt. Das Programm sucht nach Installation automatisch im eigenen Adressbuch nach anderen Threema-Nutzern und fügt sie der Kontaktliste hinzu. Andernfalls kann auch die Threema-Identität weitergegeben werden, ein achtstelliger Code aus Zahlen und Buchstaben.

Stiftung Warentest: Threema „unkritisch“, WhatsApp „sehr kritisch“

Sobald die Nachricht abgerufen wurde, wird sie laut Kasper umgehend vom Server gelöscht. IP-Adressen oder Verkehrsdaten über Sendezeit und Nutzer sollen überhaupt nicht gespeichert werden. Per Gerichtsbeschluss könnte er lediglich für die Zukunft und nicht die Vergangenheit zu einer Speicherung gezwungen werden. Die einzigen Daten, die beim Entwickler liegen, seien E-Mail-Adresse oder Telefonnummer des Benutzers, sofern dieser eine von beiden angegeben hat. Nachrichten können so lediglich auf dem eigenen Smartphone gelesen werden, weswegen Kasper auch einen Sicherheitscode für den Zugriff auf Threema empfiehlt. Sonst wirbt er um Vertrauen in die Durchführung dieser Sicherheitsmechanismen.

Der Funktionsumfang Threemas ist ähnlich wie bei WhatsApp. So lassen sich Fotos, Videos, der aktuelle Standort sowie Textnachrichten versenden. Das Versenden von Sprachnachrichten ist dagegen nicht möglich. Zudem wird der Online-Status von Kontakten nicht angezeigt, jedoch, wenn eine Nachricht gelesen wurde.

WhatsApp hat auf Threema mit einer Funktionserweiterung reagiert. So soll das Programm bis zum Jahresende mit einer Skype-ähnlichen Anruffunktion ausgestattet werden. Anrufe könnten mit der App so ausschließlich über die mobile Internetverbindung geführt werden.

Dennoch wurde Threema beim Datenschutz von Stiftung Warentest als „unkritisch“ und WhatsApp sowie weitere Messenger-Dienste wie Line oder der Blackberry Messenger als „Sehr kritisch“ eingestuft.

Threema ist für Android und iOS für 1,60 bzw. 1,79 Euro zum Download verfügbar.