Youtube: Videos, Hits und die Gema


Youtube, das Videoportal

Youtube, das ist das bekannteste Videoportal im Netz. Foto:Screenshot

In der heutigen Gesellschaft, wo scheinbar Wichtiges und Unwichtiges mit Freunden und Familie über Social Media wie Facebook oder Twitter ausgetauscht werden, sind auch Videos aus der virtuellen Unterhaltung nicht mehr wegzudenken.

Der Videodienst Youtube, Tochterfirma von Google Inc. mit Sitz in Kalifornien, auf dessen Plattform jeder mit geringfügigen technischem Knowhow Musikvideos, Film- oder Fernsehclips und selbst gedrehte Filme hochladen, ansehen und bewerten kann, hat seit Beginn seiner Aktivitäten eine stetig wachsende Anhängerschaft. Die Themen der Videos sind vielfältig wie ihre Nutzer. Ob die Welt am Geburtstagsständchen von Tante Frieda, dem letzten Robbie Williams Konzert oder einer Bauanleitung für den Waschbeckeneinbau teilhaben möchte, es gibt wohl kaum ein Gebiet, zu dem Youtube nicht mindestens ein Dutzend passender Clips präsentiert. Seniorenturnen, Auftritte von Stars, Hoppalas – informativ, lustig, peinlich, unterhaltsam, lehrreich – die Palette ist schier endlos. Songs unbekannter Sänger klettern über Nacht die Charts und Hitparaden hoch, Berufsgruppen nützen Youtube für die Präsentation ihrer Arbeit und Promis wie Sternchen laden ihre Fans ein, ihnen virtuell näher zu kommen.

Viele Clips, die oft aus Jux und Dollerei hochgeladen werden, entwickeln sich plötzlich zu absoluten Downloadhits. Das macht auch den Reiz von Youtube aus. Die Vielzahl von Menschen, die mit einem solchen Videoclip erreicht werden können, ist als Werbeaktion unbezahlbar. Gerüchten zufolge hat Youtube mit zehn Prozent Anteil am gesamten Datenverkehr im Internet und 20 Prozent des Http-Aufkommens. Kritiker meinen, dass das Hochladen von Videos das Urheberrecht verletzt. Die amerikanische Rechtssprechung sieht vor, dass Youtube urheberrechtlich geschützte Inhalte erst nach Abmahnung durch die Rechteinhaber löschen muss, gemäß dem Opt-Out-Verfahren.

YouTube erschwert das unkomplizierte Schauen von Videos aber. 61,5 Prozent der Top-1000-Videos sind bei YouTube mittlerweile wegen anhaltender Unstimmigkeiten mit der Gema gesperrt. Das ermittelte eine App der Firma OpenDataCity. Begründet werden diese Sperren mit bestehenden oder möglichen Rechteproblemen. Tatsächlich betrifft das aber nur 8,4 Prozent der gesperrten Clips. Der verbleibende Rest der beliebtesten Videos wird scheinbar vorsorglich gesperrt. Für Abhilfe der unerfreulichen Beeinträchtigung bietet das Browser-Add-On ProxMate (für Chrome oder Firefox), das YouTube vorspiegelt, der Nutzer kommt aus einem anderen Land. Damit ist dann das ungestörte Abspielen von Videos wie Jennifer Lopez oder Psy offline kein Problem mehr.