Crowdfunding für iOS-7-Jailbreak


Jailbreak in iPhones und Smartphones

Wer seinem Smartphone einem Jailbreak unterzieht, der muss mit dem Erlöschen der Herstellergarantie rechnen. Foto:Herbert Walter Krick / pixelio.de.

Mitte September hat Apple die neue Version seines Smartphone-Betriebssystems iOS 7 herausgebracht. Knapp über zwei Monate später arbeiten Internetaktivisten an der Erstellung eines Hackerprogramms, einen so genannten Jailbreak.

Hierzu haben sie eine Geldsammlung auf der Seite mit dem etwas sperrigen Namen isios7jailbrokenyet gestartet. Wer als erster einen ausgeklügelten Jailbreak einreicht, darf 90 Prozent der zusammengetragenen Summe behalten. Aktuell sind bereits über 8.700 US-Dollar eingegangen, vor einer Woche lag der Betrag noch bei 2.700.

Mit dieser Maßnahme wenden sich die Initiatoren gegen die restriktive Apple-Politik, wonach die Software für ein iPhone ausschließlich aus firmeneigener Produktion stammen darf. Der erste Jailbreak gelang bereits zwei Wochen nach dem Erscheinen von iOS 1 Mitte Juli 2007. Auch iOS 7 wurde bereits geknackt, jedoch kann Apple-fremde Software bislang nur auf dem iPhone 4 installiert werden. Darüber hinaus unterstützt der Ende September präsentierte Jailbreak nicht das Programm Cydia. Dieses 2008 erstmalig erschienene Open Source-Produkt hat sich zum Favoriten für die Suche und Installation fremder Software auf dem iPhone etabliert.

Entsprechend setzen die Jailbreak-Unterstützer mehrere Bedingungen, bevor sie die Entlohnung ausschütten. Hierzu zählt die Anwendbarkeit auf alle iPhones der vierten und fünften Generation bis zur aktuellen Version iOS 7.04. Die allgemeine, kostenfreie Zugänglichkeit muss ebenso gewährleistet sein wie der Verbleib des Jailbreaks nach dem Ausschalten des iPhones. Dieses zweite Kriterium, ein so genannter „untethered Jailbreak“, ist im Falle der iPhone 4-Hacker ebensowenig gelungen. Zuletzt berichtete die Hackergruppe Evad3rs von der unmittelbar bevorstehenden Fertigstellung des iOS 7-Jailbreaks. Sollte dies in den kommenden Tagen publik werden, wäre die Zeitspanne bis zum Knacken der Vorgängerversion iOS 6 deutlich unterboten. Im Februar 2013 lag diese bei 138 Tagen.

Die Begutachtung aller eingereichten Vorschläge obliegt einer vierköpfigen Jury. In ihr sitzt neben anderen der Mitgründer des Eigenreparaturportals iFixit, Kyle Wiens. Das 2003 gegründete Unternehmen steht zurzeit mit 650 US-Dollar an der Spitze der bislang eingegangenen Spenden. Auf der Website sind vorgefertigte Geldfelder zwischen 25 und 250 Dollar auszuwählen, die Bezahlung erfolgt umgehend per Paypal oder Kreditkarte. Für den unwahrscheinlichen Fall, dass nach Ablauf von 18 Monaten kein preiswürdiger Vorschlag eingegangen ist, versprechen die Seitenbetreiber eine persönliche Kontaktaufnahme mit jedem Spender zwecks Rückgabe des eingezahlten Betrags.