41 Megapixel: Nokia stellt Lumia 1020 mit Super-Kamera vor


Nokia Lumia 1020

41 Megapixel sollen Nokia mit dem Lumia 1020 auf dem Smartphone-Markt etablieren. Foto: Hersteller

41 Millionen Gründe hatte Nokia angekündigt, warum man die Vorstellung des neuen Smartphones Lumia 1020 verfolgen sollte – und der Telekommunikations-Riese enttäuschte seine Fans nicht. Mit beeindruckenden Bildern warb Nokia für sein neues Handy, das einer kleinen Revolution gleicht. Denn mit seiner 41-Megapixel-Kamera distanziert das Unternehmen die Konkurrenz – zumindest, was die Fotografie angeht.

In den USA kommt das Telefon am 26. Juli für 299,99 US-Dollar (umgerechnet etwa 235 Euro) in die Geschäfte. Exklusiver Partner ist der Telekommunikations-Riese AT&T, bei dem man das Telefon bereits ab Dienstag vorbestellen kann. In China und den europäischen Schlüsselmärkten wie Deutschland und Großbritannien soll das Lumia 1020 noch in diesem Quartal auf den Markt kommen, also spätestens Ende September. Ein genauer Termin und ein exakter Verkaufspreis sind noch nicht bekannt. Das Smartphone ist in den Farben Schwarz, Weiß und Gelb erhältlich.

Die Kamera ist das wichtigste neue Feature des Multifunktionsgeräts, wie der Chef des finnischen Konzerns, Stephen Elop, bei der Präsentation gestern in New York betonte. „Sie werden Dinge sehen, die sie noch nie zuvor gesehen haben“, sagte er. Dabei ließ er es sich nicht nehmen, der Konkurrenz aus Südkorea und den USA ihren Rückstand zu verdeutlichen.

Er zeigte Bilder von zwei bei Dunkelheit hüpfenden Menschen, die er mit Blitz ablichtete: Die Bilder des Samsung Galaxy S 4 und des iPhone 5 waren verschwommen und grell, auf dem mit der Super-Kamera aufgenommenen Foto konnte man die beiden Menschen deutlich erkennen. „Sie können tolle Bilder in allen Situationen machen, besonders bei schwachem Licht“, sagte Elop. Apples iPhone 5 besitzt eine Bildauflösung von acht Megapixeln, Samsungs Galaxy 4 kommt auf 13 Megapixel.

Eine ähnliche Handykamera gab es bisher nur im PureView 808, das aber noch mit Nokias eigenem Betriebssystem Symbian lief. Das neue Lumia läuft mit dem Betriebssystem Windows Phone 8. Dazu passend hat das Handy ein Zeiss-Objektiv mit sechs Linsen sowie ein großes LED-Blitzlicht. Die vielen Pixel sollen vor allem für extrem detaillierte Bilder sorgen: Weit entfernte oder kleine Motive seien so auch bei extremer Vergrößerung noch gut zu erkennen.

Damit die großen Bilder nicht die Datenflatrate sprengen, wird jedes Foto automatisch nicht nur mit voller Auflösung, sondern gleichzeitig auch mit einer Größe von fünf Megapixeln gespeichert. Das macht das direkte Hochladen von Bildern in soziale Netzwerke wie Facebook, Twitter oder Instagram deutlich einfacher.

Die aufwendige Kameratechnik steckt in einem 10,4 Millimeter dicken und knapp 160 Gramm schweren Unibody-Gehäuse. Im Inneren stecken ein 1,5 Gigahertz schneller Prozessor mit zwei Kernen, ein 2000 Milliamperestunden (mAh) großer Akku und 32 Gigabyte Speicher – Platz für eine SD-Karte hat das Lumia 1020 allerdings nicht. Der Touchscreen zeigt 1280 mal 768 Pixel und ist 4,5 Zoll groß.

Unterdessen hat die Telekom angekündigt, eines der günstigen Smartphones mit dem Firefox-Betriebssystem im Herbst auch in Deutschland auf den Markt bringen. Das gestern für Polen vorgestellte Gerät des Herstellers Alcatel soll über die Telekom-Tochter Congstar vertrieben werden. Das Modell Alcatel One Touch Fire soll auch in Ungarn und Griechenland aus den Markt kommen.

Das Firefox-System stammt wie der gleichnamige beliebte Web-Browser von der Mozilla-Stiftung. Die Entwickler wollen damit eine Alternative zu Plattformen wie Apples iOS, Googles Android oder Windows Phone von Microsoft anbieten. Derzeit kommen erste Telefone in verschiedenen Ländern zum Preis von 69 Euro auf den Markt, ein Schwerpunkt liegt auf Südamerika.