Antivirus-App Virus Shield war ein Fake und ohne Funktion


Smartphone-Tarif-Checker Platzhalter AppsDatenschutz und Virenabwehr sind Themen, die immer die vollste Aufmerksamkeit der breiten Öffentlichkeit treffen. Umso schlimmer, wenn jeder sich um guten Schutz für seine Online-Aktivitäten kümmert und dann erfährt, dass sich die Antivirus-App Shield von Deviant Solutions als Fake entpuppt. Dieser Tage ist die Unsicherheit ohnehin extrem gewachsen mit der Warnung vor Heartbleed. Ärger und Verunsicherung, was im Netz wirklich schützt, machen sich breit.

Die Antivirus-App landete innerhalb weniger Tage sogar auf Platz eins im Google Play Store und bot vielversprechenden Schutz im Internet.  Tatsächlich geschah nur eines, wenn man die App aktivierte: Berührte man den Bildschirm, änderte sich das Programmsymbol von einem Kreuz auf einen Haken. Der kurze Programmcode wurde kürzlich analysiert und dabei der enttäuschende Fake entdeckt.  Google hat die Antivirus-App sofort aus dem Shop entfernt, als die nutzlose Funktion von Virus Shield bekannt wurde. Über 10.000 Android-User fühlen sich noch mehr betrogen angesichts der teils gefälschten Nutzerbewertungen.

Zurück bleiben enttäuschte und verärgerte Käufer, denn Virus Shield versprach die Prüfung von Einstellungen und Dateien in Echtzeit, den Schutz persönlicher Daten, aber auch die Gegenwehr bei versuchter Installation gefährlicher Programme. Beworben wurde die App zusätzlich durch werbefreie Nutzung und sparsamen Akkuverbrauch. Kaum ein Argument, das der Prüfung kritischer Verbraucher standgehalten hat, wie es scheint. Die einfache Bedieneroberfläche suggerierte, dass zum Schutz der persönlichen Daten und der Sicherheit beim Surfen eine Berührung der Antivirus-App ausreicht.

Der Vorfall wirft neuerlich die Kritik an Google auf, ob deren Prüfungen bei Aufnahme neuer Apps im Angebot genügen. Auch die Rückgabefrist von 15 Minuten bei kostenpflichtigen Apps wird kritisiert, da diese Zeit oftmals unzulänglich ist für die Prüfung einer heruntergeladenen App.

Es dürften durch Virus Shield jedoch keine Schadcodes verbreitet oder private Nutzerdaten gesammelt worden sein. Hinter der App dürfte vermutlich ein junger Amerikaner sein, der sich mit der günstigen App ein gutes Taschengeld verdient hat. Abgesehen vom finanziellen Schaden ist das schwindende Vertrauen der Nutzer wohl ein größerer Schaden, der auch mit Geld nicht aufzuwiegen wäre. Wegen der lediglich 15 Minuten verbleibenden Rückgabe-Frist gibt es für Geschädigte kein Geld zurück, aber Google bittet um Information an seine Entwickler, wenn danach Probleme auftreten sollten mit der Antivirus-App.