WhatsApp: Ohne Werbung weiterhin


WhatsApp führt ein Abo-Modell ein

WhatsApp bleibt auch weiterhin ohne Werbung, so Mitbegründer Jan Koum.

Der allseits bekannte Messenger WhatsApp verzichtet weiterhin auf Werbung, denn das Start-Up-Unternehmen will sein Angebot auf alle Smartphones der Welt bekommen.

Mitbegründer Jan Koum distanzierte sich damit deutlich von jeglichen Gerüchten, der Messenger würde in absehbarer Zeit doch auf den Kostenfaktor Werbung zurückgreifen und fügte hinzu, dass während der Benutzung von WhatsApp keine Nutzerinformationen gesammelt werden. Gründer Brian Acton sieht das ebenso. Bislang gab es den Dienst als käufliche App und einer günstigen Jahres-Abogebühr.

Mittlerweile gibt es weltweit 430 Millionen User, allein in Deutschland sind es 30 Millionen. Eine Bandbreite, die auch das Interesse von großen Internetunternehmen wie Google oder Facebook auf sich ziehen. Immer wieder tauchen Gerüchte auf, dass die beiden Unternehmen WhatsApp für große Summen kaufen könnten. Koum zufolge dürfte das nicht sehr realistisch sein. Das Start-Up-Unternehmen setzt auf stabilen Service ohne Werbung.

Besonders erfreulich ist die werbefreie Zone natürlich für die User, die mit ihrem Handy nicht nur Textmitteilungen an andere Handys schicken können, sondern auch Videos, Musik sowie Bilder. Neuerdings sogar Tonaufnahmen. Kein Wunder, dass WhatsApp mittlerweile 100 Millionen Nutzer mehr als Twitter verzeichnet, Tendenz weiterhin steigend. Beeindruckend, wurde das Start-Up doch erst vor vier Jahren gegründet. Bescheidenheit ist keine Zier demonstrieren Koum und Acton, die sich relativ im Hintergrund halten und sich nur dann direkt an seine begeisterten Kunden wendet, wenn es neue Funktionen auf WhatsApp gibt oder Gerüchte über neue Bezahlmethoden kursieren.

Die beiden Idealisten bezeichnen sich gern als Gutmenschen im Silicon Valley und versuchen gegen die vielerorts finanziellen Strukturen aufzubegehren. Die Bezeichnung Unternehmer stört sie, sie sehen sich mehr als Anti-Unternehmer und unterstreichen das auch durch seltene, aber betont lässige Auftritte vor der Presse. Die Unternehmensphilosphie rührt vielleicht auch von ihrer Erfahrung bei dem Internetunternehmen Yahoo her, das von Google übertrumpft wurde. Die eingesparten Werbekosten fließen in die Verbesserung der Technik.

Datenschützer kritisieren immer wieder Sicherheitslücken und den Zugriff auf Telefonbuchkontakte. Früher verzichtete das Unternehmen  noch gänzlich auf eine Datenverschlüsselung. Trotz solcher Angriffe hält der Boom bei WhatsApp an. Auf Verkaufsgerüchte reagieren Koum und Acton jedoch schnell und äußerst deutlich. Koum äußerte bereits in der Vergangenheit, dass es eine Schande für das Valley wäre, wenn Leute eine Firma gründen, um sie dann schnell zu verkaufen.