WhatsApp plant Anruf-Funktion – und Partnerschaft mit E-Plus


WhatsApp führt ein Abo-Modell ein

WhatsApp plant eine Partnerschaft mit E-Plus.

Kaum war WhatsApp von Facebook für schlappe 19 Milliarden Dollar aufgekauft worden, gab der Dienst auch schon den Geist auf. Stundenlang ging am Samstagabend gar nichts. Andere Anbieter profitierten: Telegram etwa verzeichnet pro Sekunde rund 100 neue Nutzer. Aber WhatsApp will sich wehren. Unter anderem mit einer Partnerschaft mit E-Plus.

Konkurrent Telegram sticht unter den WhatsApp-Konkurrenten dadurch hervor, dass es sich kaum vom Original unterscheidet. Das Look-and-Feel ist nahezu identisch. Identifizieren muss man sich mit seiner Telefonnummer. Dadurch tauchen in der Chatliste direkt alle Kontakte auf, die Telegram ebenfalls nutzen.

Es lassen sich Gruppen mit bis zu 200 Teilnehmern erstellen. Auch das Teilen von Fotos und Videos bis zu einem Gigabyte Größe ist möglich. Was Telegram gegenüber WhatsApp auszeichnet: Der Dienst bietet sogenannte „Secret Chats“ mit einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung an. Die dort ausgetauschten Nachrichten, so verspricht Telegram, werden auf keinem Server gespeichert und man kann eine Zeit einstellen, zu der sich die Nachricht auf beiden Geräten (Sender und Empfänger) selbst zerstören.

Alle anderen Nachrichten und Chats werden – auch das ist ein Unterschied zu WhatsApp – in der Cloud gespeichert. Das ermöglicht den problemlosen Wechsel zwischen mehreren Geräten, ohne die jeweiligen Verläufe zu verlieren.

Außerdem versprechen die Macher von Telegram, den Dienst auf Dauer frei von Werbung zu halten und auch eine Abo-Gebühr, wie es sie ja bei WhatsApp beispielsweise gibt, soll nicht eingeführt werden.

Anruf-Funktion durch Partnerschaft mit E-Plus

Nutzer von WhatsApp sollen bald auch Anrufe über die App machen können. Bis Ende des Jahres soll es eine Sprachfunktion geben, kündigte WhatsApp-Mitgründer Jan Koum am Montag auf der Mobilfunk-Messe Mobile World Congress in Barcelona an. „Unsere Mission ist es, sicherzustellen, dass Menschen einfach kommunizieren können, egal wo sie sind“, sagte Koum.

Mit der Sprachfunktion macht WhatsApp etablieren Telekom-Konzernen und Online-Diensten wie Skype Konkurrenz. In Deutschland soll es ein Mobilfunk-Angebot in Zusammenarbeit mit E-Plus geben, sagte Koum. Die beiden Anbieter wollen ihren Nutzern „künftig ein attraktives Mobilfunkprodukt“ abieten. Nähere Angaben wurden noch nicht gemacht.

Ausfall am Samstagabend

Apropos Telegram: Das war auch einer der Scherze nach dem WhatsApp-Ausfall am Samstagabend: Man könne ja nun wieder Telegramme verschicken. „Jetzt fällt es mir wie Schuppen von den Augen“, ulkte ein anderer ein Nutzer auf Twitter. Facebook habe die Milliarden nur gezahlt, um WhatsApp abzuschalten.

Andere witzelten, sie wären nach einer Übernahme durch Facebook auch „down“, also am Boden zerstört. Ein Nutzer scherzte: „WhatsApp ist zusammengebrochen, weil zu viele Nachrichten mit Alternativen verschickt wurden.“

Der Ausfall begann am Samstagabend deutscher Zeit und dauerte etwa vier Stunden. Um kurz nach 21.00 Uhr teilte WhatsApp über den Kurznachrichtendienst Twitter mit, es gebe „Server-Probleme“, ohne Details zu nennen. Kurz vor Mitternacht lief WhatsApp wieder, die Betreiber entschuldigten sich: „Der Ausfall tut uns leid.“

Ausfälle von WhatsApp kamen allerdings auch schon vor dem Verkauf an Facebook immer wieder vor. Das Unternehmen führt auf seinem offiziellen Status-Account auf Twitter sieben Pannen alleine für das vergangene Jahr auf.

Auch der Chatdienst Line freut sich über einen ungewöhnlich starken Nutzeranstieg. Wie das Unternehmen mitteilte, stieg die Zahl der User in nur 24 Stunden um zwei Millionen an und soll sich nun ingesamt auf 340 Millionen belaufen.

Weitere Infos zur geplanten Anruf-Funktion und E-Plus-Partnerschaft folgen.