E-Plus zündet den UMTS-Turbo


Eplus erweitert UMTS-Netz

E-Plus erweitert massiv sein UMTS-Netz und baut HSPA+ aus. Foto: E-Plus

Die Nummer Drei auf dem deutschen Mobilfunkmarkt macht weiterhin Schlagzeilen. Nur noch wenige Schritte sind bis zur Fusion mit O2 zu bewältigen. Schon jetzt hat das Düsseldorfer Unternehmen einen Ausbau seines Netzes bekanntgegeben. Durch die bundesweite Aufrüstung seiner Funkstationen erreicht E-Plus nun eine Auslastung von 85 Prozent für den Mobilfunkstandard HSPA+. Dieser erlaubt Maximalgeschwindigkeiten von 21,6 MBit pro Sekunde. Ein Siebtel seines Gesamtumsatzes von 3,5 Milliarden Euro hat sich E-Plus die Aktion kosten lassen.

Mit der Maßnahme füllt E-Plus weiße Flecken auf seiner Netzkarte. Eigenen Angaben zufolge empfangen bereits 80 Prozent der Bundesbevölkerung UMTS, den schnellen Standard der dritten Generation, im E-Plus-Netz. Ländliche Regionen sind in der Frage der Datenvolumina noch im Nachteil. Auf der Internetseite der noch zur niederländischen Gruppe KPN gehörigen Mobilfunkfirma ist eine Deutschlandkarte samt kürzlich aufgestellter neuer Sendestationen abgebildet. Demnach hängen besonders E-Plus-Kunden in dünn besiedelten Regionen im nördlichen Rheinland-Pfalz, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Niederbayern bei schnellen Internetverbindungen hinterher.

Durch den Ausbau rückt E-Plus den Angaben des IT-Magazins „Chip“ zufolge gemeinsam mit O2 auf den dritten Platz unter den deutschen Netzbetreibern. Die Entfernung zur Deutschen Telekom und Vodafone lässt sich unter anderem durch die fehlende LTE-Verfügbarkeit bei E-Plus erklären: Als einziger deutscher Netzbetreiber bieten die Düsseldorfer noch keinen Zugriff auf den derzeit schnellsten Mobilfunkstandard an. Allerdings verweist E-Plus auf die mangelnde technische Fähigkeit eines Großteils der in Deutschland genutzten Mobiltelefone zum Empfang von LTE. Mit der Konzentration auf die bewährten Standards UMTS und HSPA wird das Unternehmen den Möglichkeiten der meisten Nutzer gerecht.

Mittelfristig sollen im Idealfall Übertragungsgeschwindigkeiten von 42,2 MBit pro Sekunde erreicht werden. Dies möchte E-Plus mit der Dual-Cell-Technik erreichen, die vom Branchenprimus T-Mobile bereits seit 2011 genutzt wird. Jedoch handelt es sich hier um potentiell erreichbare Datenvolumina in großstädtischen Regionen. E-Plus formuliert als Ziel des Netzausbaus hingegen einen in der Breite verbesserten Datenempfang.

Durch die geplante Fusion mit dem spanischen Anbieter O2 Telefónica könnte eine signifikante Qualitätsverbesserung des Netzes erreicht werden. Jedoch wäre eine simple Zusammenlegung unmöglich, folglich müsste ein vollkommen neues Netz mit reduzierten Frequenznutzungsrechten entstehen. Entscheidend für ein Zusammengehen der beiden Netzbetreiber ist das Votum des Bundeskartellamts. Das entsprechende Gutachten der Bonner Wettbewerbshüter steht derzeit noch aus.